Papier: 1.01.03.02 Backbone
Originalversion
| 1 | Auch im Backbone kann es immer einmal zu Engpässen kommen. |
| 2 | Datenpakete werden über Router in Richtung zu ihrem Zielort |
| 3 | auf den Weg gebracht. Damit müssen alle Datenpakete |
| 4 | regelmäßig Routing-Rechner durchlaufen, die über den |
| 5 | weiteren Weg entscheiden. Die Router sind so ein erster |
| 6 | potentieller Engpass. Das Routing geschieht innerhalb der |
| 7 | Einzelnetze, und hier findet tatsächlich auch heute schon |
| 8 | regelmäßig eine Priorisierung im Rahmen der im |
| 9 | IPv4-Protokoll möglichen Einteilung in Dringlichkeitsklassen |
| 10 | statt. Allerdings entscheidet jeder Netzbetreiber für sich, |
| 11 | welche Informationen er priorisiert. Kommt es zum Auflaufen |
| 12 | von mehr Daten, als der Router zurzeit verarbeiten kann, |
| 13 | werden die Datenpakete zunächst kurz in „Queues“ geparkt, |
| 14 | die dann nach Priorisierungsgrad abgearbeitet werden. Nach |
| 15 | kurzer Zeit (für jede Klasse wiederum vom Betreiber |
| 16 | individuell konfiguriert) werden nicht bearbeitete |
| 17 | Datenpakete aber verworfen, so dass sie neu angefordert |
| 18 | werden müssen. An den Netzgrenzen werden bei der Übergabe |
| 19 | der Daten die netzspezifischen Priorisierungsinformationen |
| 20 | in aller Regel komplett verworfen und es werden ggf. eigene |
| 21 | Priorisierungszuordnungen vorgenommen. |
| 22 | |
| 23 | Die Übergabe in ein anderes Netz (entweder in das Zielnetz |
| 24 | oder auch in ein Transitnetz) ist der zweite Punkt, an dem |
| 25 | es zu Engpässen kommen kann. Hier kann es entweder zu einer |
| 26 | Überlastung des Peering-Punktes kommen oder aber es bestehen |
| 27 | schlicht unzureichende Leitungskapazitäten in ein bestimmtes |
| 28 | Netz. Engpässe können hier insbesondere bei |
| 29 | Interkontinentalverbindungen (i.d.R. Seekabel) auftreten. |
| 30 | |
| 31 | Folge solcher Engpässe werden immer Aufrüstungen durch |
| 32 | Schaffung neuer Leitungs- bzw. Rechnerkapzitäten sein. Diese |
| 33 | sind im Backbone-Bereich relativ gut kalkulierbar und nach |
| 34 | Erwartung der meisten Experten unproblematisch möglich. |
| 35 | |
| 36 | Als Beispiel kann auch hier der deutsche Peering-Knoten |
| 37 | DE-CIX dienen, dessen Topologie heute schon für ein |
| 38 | Datenaufkommen von bis zu 40 Terabit/s gerüstet ist |
| 39 | [Fußnote: |
| 40 | http://www.onlinekosten.de/news/artikel/40562/0/DE-CIX-knack |
| 41 | t-Terabit-Schallmauer]. Auch bei der Aufrüstung hat damit |
| 42 | die Entwicklung die Prognosen deutlich übertroffen, denn |
| 43 | 2006 ging man noch davon aus, dass man bis ins Jahr 2015 |
| 44 | gerade einmal auf ein Potential für 5 Terabit/s aufgerüstet |
| 45 | haben werde [Fußnote: |
| 46 | http://www.heise.de/newsticker/meldung/Internet-Knoten-DE-CI |
| 47 | X-wird-erweitert-115755.html]. |
| 48 | |
| 49 | Vor diesem Hintergrund besteht die Erwartung, dass auch in |
| 50 | Zukunft in den Backbone-Netzen kein grundsätzliches |
| 51 | Kapazitätsproblem entstehen wird. |
| 52 | |
| 53 | Allerdings führt die dezentrale Struktur des Netzes in der |
| 54 | Tat zu einem nur bedingt planvollen Investitionsverhalten, |
| 55 | d.h. dass es in einzelnen Netzteilen dazu kommen kann, dass |
| 56 | tatsächlich Aufrüstungen erst dann erfolgen, wenn bestehende |
| 57 | Netzkapazitäten eine relativ hohe Auslastung erreicht haben |
| 58 | und damit zu Spitzenzeiten auch schon an ihre |
| 59 | Kapazitätsgrenzen stoßen. Denkbar ist es deshalb, dass es |
| 60 | immer wieder an einzelnen Teilen des Netzes (insbesondere |
| 61 | bei Routern, aber auch bei noch gering ausgebauten |
| 62 | Teilstrecken) zu temporären Engpässen kommen wird. Diese |
| 63 | werden jedoch nicht von Dauer sein, sondern relativ schnell |
| 64 | jeweils durch gezielte Investitionen an den entsprechenden |
| 65 | Engstellen aufgehoben werden. |
| 66 | |
| 67 | Inwieweit daher solche temporären und sich ständig |
| 68 | wandelnden Engpässe tatsächlich die sehr aufwändige |
| 69 | Einführung eines durchgehenden Quality-of-Service-Regimes |
| 70 | auch im Backbone-Bereich erfordern, wird unterschiedlich |
| 71 | beurteilt. |
| 72 | |
| 73 | Eine deutliche Entlastung erfahren die Backbone-Netze durch |
| 74 | Vorkehrungen, die eine effizientere Verteilung häufig |
| 75 | nachgefragter (und meist datenintensiver) Inhalte |
| 76 | ermöglichen. Hierzu gehören insbesondere sog. Content |
| 77 | Delivery (bzw. Distribution) Networks (CDN), mit deren Hilfe |
| 78 | Inhalte näher am nachfragenden Endnutzer vorgehalten werden, |
| 79 | so dass bei Abfragen der Inhalt nur über kürzere Strecken |
| 80 | zum Endkunden transportiert werden muss und die |
| 81 | Netzwerkinfrastruktur damit weniger belastet wird. Dies |
| 82 | führt dazu, dass ein Volumenanstieg auf Seiten des |
| 83 | Endnutzers nicht im gleichen Maße zu einem |
| 84 | Datenvolumenanstieg im Gesamtnetz führen muss. Dies kann das |
| 85 | Backbone gerade im Bereich von Langstreckenverbindungen |
| 86 | entlasten, für die eine Aufrüstung, etwa in Form der |
| 87 | Verlegung neuer Seekabel, mit einem relativ hohen |
| 88 | finanziellen Aufwand verbunden ist. |
| 89 | |
| 90 | Solche Lösungen stellen damit auch Möglichkeiten dar, eine |
| 91 | größere Unabhängigkeit von der Leistungsfähigkeit im |
| 92 | Backbone zu erreichen und damit den Endkunden eine sichere |
| 93 | und höherwertige Nutzungserfahrung durch verlässlichere |
| 94 | Zugriffszeiten auch ganz ohne ein übergreifendes Quality-of |
| 95 | Service-Regime anbieten zu können. |
Der Text verglichen mit der Originalversion
| 1 | Auch im Backbone kann es immer einmal zu Engpässen kommen. |
| 2 | Datenpakete werden über Router in Richtung zu ihrem Zielort |
| 3 | auf den Weg gebracht. Damit müssen alle Datenpakete |
| 4 | regelmäßig Routing-Rechner durchlaufen, die über den |
| 5 | weiteren Weg entscheiden. Die Router sind so ein erster |
| 6 | potentieller Engpass. Das Routing geschieht innerhalb der |
| 7 | Einzelnetze, und hier findet tatsächlich auch heute schon |
| 8 | regelmäßig eine Priorisierung im Rahmen der im |
| 9 | IPv4-Protokoll möglichen Einteilung in Dringlichkeitsklassen |
| 10 | statt. Allerdings entscheidet jeder Netzbetreiber für sich, |
| 11 | welche Informationen er priorisiert. Kommt es zum Auflaufen |
| 12 | von mehr Daten, als der Router zurzeit verarbeiten kann, |
| 13 | werden die Datenpakete zunächst kurz in „Queues“ geparkt, |
| 14 | die dann nach Priorisierungsgrad abgearbeitet werden. Nach |
| 15 | kurzer Zeit (für jede Klasse wiederum vom Betreiber |
| 16 | individuell konfiguriert) werden nicht bearbeitete |
| 17 | Datenpakete aber verworfen, so dass sie neu angefordert |
| 18 | werden müssen. An den Netzgrenzen werden bei der Übergabe |
| 19 | der Daten die netzspezifischen Priorisierungsinformationen |
| 20 | in aller Regel komplett verworfen und es werden ggf. eigene |
| 21 | Priorisierungszuordnungen vorgenommen. |
| 22 | |
| 23 | Die Übergabe in ein anderes Netz (entweder in das Zielnetz |
| 24 | oder auch in ein Transitnetz) ist der zweite Punkt, an dem |
| 25 | es zu Engpässen kommen kann. Hier kann es entweder zu einer |
| 26 | Überlastung des Peering-Punktes kommen oder aber es bestehen |
| 27 | schlicht unzureichende Leitungskapazitäten in ein bestimmtes |
| 28 | Netz. Engpässe können hier insbesondere bei |
| 29 | Interkontinentalverbindungen (i.d.R. Seekabel) auftreten. |
| 30 | |
| 31 | Folge solcher Engpässe werden immer Aufrüstungen durch |
| 32 | Schaffung neuer Leitungs- bzw. Rechnerkapzitäten sein. Diese |
| 33 | sind im Backbone-Bereich relativ gut kalkulierbar und nach |
| 34 | Erwartung der meisten Experten unproblematisch möglich. |
| 35 | |
| 36 | Als Beispiel kann auch hier der deutsche Peering-Knoten |
| 37 | DE-CIX dienen, dessen Topologie heute schon für ein |
| 38 | Datenaufkommen von bis zu 40 Terabit/s gerüstet ist |
| 39 | [Fußnote: |
| 40 | http://www.onlinekosten.de/news/artikel/40562/0/DE-CIX-knack |
| 41 | t-Terabit-Schallmauer]. Auch bei der Aufrüstung hat damit |
| 42 | die Entwicklung die Prognosen deutlich übertroffen, denn |
| 43 | 2006 ging man noch davon aus, dass man bis ins Jahr 2015 |
| 44 | gerade einmal auf ein Potential für 5 Terabit/s aufgerüstet |
| 45 | haben werde [Fußnote: |
| 46 | http://www.heise.de/newsticker/meldung/Internet-Knoten-DE-CI |
| 47 | X-wird-erweitert-115755.html]. |
| 48 | |
| 49 | Vor diesem Hintergrund besteht die Erwartung, dass auch in |
| 50 | Zukunft in den Backbone-Netzen kein grundsätzliches |
| 51 | Kapazitätsproblem entstehen wird. |
| 52 | |
| 53 | Allerdings führt die dezentrale Struktur des Netzes in der |
| 54 | Tat zu einem nur bedingt planvollen Investitionsverhalten, |
| 55 | d.h. dass es in einzelnen Netzteilen dazu kommen kann, dass |
| 56 | tatsächlich Aufrüstungen erst dann erfolgen, wenn bestehende |
| 57 | Netzkapazitäten eine relativ hohe Auslastung erreicht haben |
| 58 | und damit zu Spitzenzeiten auch schon an ihre |
| 59 | Kapazitätsgrenzen stoßen. Denkbar ist es deshalb, dass es |
| 60 | immer wieder an einzelnen Teilen des Netzes (insbesondere |
| 61 | bei Routern, aber auch bei noch gering ausgebauten |
| 62 | Teilstrecken) zu temporären Engpässen kommen wird. Diese |
| 63 | werden jedoch nicht von Dauer sein, sondern relativ schnell |
| 64 | jeweils durch gezielte Investitionen an den entsprechenden |
| 65 | Engstellen aufgehoben werden. |
| 66 | |
| 67 | Inwieweit daher solche temporären und sich ständig |
| 68 | wandelnden Engpässe tatsächlich die sehr aufwändige |
| 69 | Einführung eines durchgehenden Quality-of-Service-Regimes |
| 70 | auch im Backbone-Bereich erfordern, wird unterschiedlich |
| 71 | beurteilt. |
| 72 | |
| 73 | Eine deutliche Entlastung erfahren die Backbone-Netze durch |
| 74 | Vorkehrungen, die eine effizientere Verteilung häufig |
| 75 | nachgefragter (und meist datenintensiver) Inhalte |
| 76 | ermöglichen. Hierzu gehören insbesondere sog. Content |
| 77 | Delivery (bzw. Distribution) Networks (CDN), mit deren Hilfe |
| 78 | Inhalte näher am nachfragenden Endnutzer vorgehalten werden, |
| 79 | so dass bei Abfragen der Inhalt nur über kürzere Strecken |
| 80 | zum Endkunden transportiert werden muss und die |
| 81 | Netzwerkinfrastruktur damit weniger belastet wird. Dies |
| 82 | führt dazu, dass ein Volumenanstieg auf Seiten des |
| 83 | Endnutzers nicht im gleichen Maße zu einem |
| 84 | Datenvolumenanstieg im Gesamtnetz führen muss. Dies kann das |
| 85 | Backbone gerade im Bereich von Langstreckenverbindungen |
| 86 | entlasten, für die eine Aufrüstung, etwa in Form der |
| 87 | Verlegung neuer Seekabel, mit einem relativ hohen |
| 88 | finanziellen Aufwand verbunden ist. |
| 89 | |
| 90 | Solche Lösungen stellen damit auch Möglichkeiten dar, eine |
| 91 | größere Unabhängigkeit von der Leistungsfähigkeit im |
| 92 | Backbone zu erreichen und damit den Endkunden eine sichere |
| 93 | und höherwertige Nutzungserfahrung durch verlässlichere |
| 94 | Zugriffszeiten auch ganz ohne ein übergreifendes Quality-of |
| 95 | Service-Regime anbieten zu können. |
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